Pferdebremse

Ein unangenehmer Begleiter auf Wanderungen ist in der Zeit von April bis August das Weibchen der Pferdebremse (Tabanus sudeticus), auch "Bräme" oder "Blinder Kuckuck" genannt. Besonders an schwülen Tagen wartet es am Wegesrand auf seine Opfer. Sie erfahren hier, warum ein Biss so schmerzvoll ist und gefährlich werden kann und was Sie tun können, um sich davor zu schützen.

Die Pferdebremse ist eine von über 160 verschiedenen Arten dieser Fluginsekten. In der Zeit von Mai bis September warten die weiblichen Exemplare am Wegesrand, um über ihre Opfer herzufallen. Die Männchen hingegen sind friedlich und gehen Ihrer Aufgabe, der Bestäubung und dem Nektarsammeln nach.

Der Biss der Pferdebremse erfolgt mit sehr großen Werkzeugen und die Bremse injiziert beim Biß ein gerinnungshemmendes Mittel. Diese beiden Faktoren sorgen dafür, daß der Biss schmerzhaft ist und zu sehr starken Schwellungen führen kann, die die Beweglichkeit und damit auch die Urlaubsfreude erheblich einschränken können. Zudem kann die Pferdebremse Übertrager von Krankheiten sein, hier sei vor allem die Übertragung von Borreliose genannt, einer Krankheit die die inneren Organe befällt.Borreliose kann übrigens auch durch Zecken übertragen werden.

 

Schutz vor Pferdebremsen

Im Handel sind verschiedene Sprays, die vor dem Biss von Pferdebremse, Zecke und Mücke schützen sollen. Diese helfen etwas, aber nicht 100%ig. Ebenso soll der Geruch einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel, auf der Haut verrieben, für 2,5h helfen. Da die Bremsen bei schwülem Wetter besonders aggressiv sind sollten dann besonders gefährliche Bereiche vermieden werden, z.B. die Ränder von Feldern oder Waldgebiete.

Der beste Schutz ist es, die gefährdeten Hautpartien mit Kleidung zu bedecken. Dabei muss man dran denken, daß Pferdebremsen  in der Lage sind, durch dünne Kleidung hindurch zu beißen. Der Autor wurde von den Pferdebremsem mehrfach in die Beine und besockten Füsse gestochen und hat sich dann - selbst bei heissen Temperaturen - mit dicken Kniestrümpfen aus einem der zahlreichen bayrischen Trachtenläden geholfen: dies klappte wunderbar. Für den Schutz der Arme bei heissen Temparaturen hilft dann entweder ein langärmliges Shirt oder erhöhte Aufmerksamkeit; da der Biss aber häufig in rasender Geschwindigkeit geschieht: beser ein langärmliges Shirt.

Was tun nach dem Biss?

Im Handel sind kortisonhaltige Cremes, die die Schwellung reduzieren sollen. Die Cremes schlagen anscheinend nicht bei allen Personen an. Es gibt auch juckreizstillende Sprays, die zudem für etwas Kühlung sorgen und gut helfen. Kühlen Sie die betroffenen Stellen und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Die Gefahr, nach einem Biss des "blinden Kuckucks" an Borreliose zu erkranken ist zum Glück sehr gering, aber dennoch vorhanden. Diese Erkrankung kann sehr schlecht diagnostiziert werden und hat verschiedene Symptome. Weisen Sie Ihren Arzt ruhig auf Bisse durch die Pferdebremse hin, falls Sie befürchten, erkrankt zu sein.

 

 

Die Pferdebremse ( Tabanus sudeticus) wird bis zu 2,5 cm lang und hat dunkelbraune Facettenaugen. Nur die Weibchen saugen Blut und sind an einem lauten brummenden Fluggeräusch zu erkennen.